Kündigungsfrist in Österreich: diese Fristen gelten wirklich
Die Kündigungsfrist in Österreich hängt davon ab, wer kündigt. Kündigt der Arbeitgeber, gilt eine gesetzliche Staffel nach Dienstjahren: von 6 Wochen in den ersten 2 Jahren bis zu 5 Monaten ab dem 26. Dienstjahr. Kündigungstermin ist grundsätzlich das Quartalsende. Kündigst du selbst, beträgt die Frist 1 Monat zum Monatsletzten. Seit 1. Oktober 2021 gelten für Arbeiter:innen dieselben Fristen wie für Angestellte.
Kündigungsfrist bei Arbeitgeberkündigung nach Dienstjahren
| Dienstzeit | Kündigungsfrist |
|---|---|
| In den ersten 2 Dienstjahren | 6 Wochen |
| Ab dem 3. Dienstjahr | 2 Monate |
| Ab dem 6. Dienstjahr | 3 Monate |
| Ab dem 16. Dienstjahr | 4 Monate |
| Ab dem 26. Dienstjahr | 5 Monate |
Gesetzlicher Kündigungstermin ist das Quartalsende (31.3., 30.6., 30.9., 31.12.). Per Vereinbarung sind auch der 15. oder der Monatsletzte als Termin möglich.
Wie lange ist die Kündigungsfrist bei Selbstkündigung?
Wenn du selbst kündigst, gilt 1 Monat zum Monatsletzten, egal wie lange du schon im Betrieb bist. Per Vereinbarung kann diese Frist auf bis zu 6 Monate verlängert werden, sie darf aber nie länger sein als jene, die der Arbeitgeber einhalten muss.
Welche Kündigungsfrist gilt für Arbeiter?
Dieselben wie für Angestellte: Seit 1. Oktober 2021 sind die Fristen in § 1159 ABGB für beide Gruppen gleich geregelt. Ausnahmen gibt es nur in Branchen mit Saisonbetrieb, dort kann der Kollektivvertrag weiterhin abweichende Fristen vorsehen. Ob deine Branche zu diesen Ausnahmen zählt, steht in deinem Kollektivvertrag.
Was bedeutet Kündigung zum Quartal?
Das Arbeitsverhältnis kann bei einer Arbeitgeberkündigung von Gesetzes wegen nur zum Quartalsende enden, also am 31.3., 30.6., 30.9. oder 31.12. Wird etwa Mitte Mai mit 2 Monaten Frist gekündigt, endet das Arbeitsverhältnis erst am 30.9., weil sich die Frist bis zum 30.6. nicht mehr ausgeht. Im Arbeitsvertrag oder Kollektivvertrag kann zusätzlich der 15. oder der Monatsletzte als Kündigungstermin vereinbart sein.
Was sind Postensuchtage?
Postensuchtage sind bezahlte freie Zeit während der Kündigungsfrist, in der du dir einen neuen Job suchen kannst. Laut Arbeiterkammer steht dir dafür mindestens ein Fünftel deiner Wochenarbeitszeit zu, bei einer 40-Stunden-Woche also 8 Stunden pro Woche der Kündigungsfrist. Wann du diese Zeit in Anspruch nimmst, vereinbarst du mit deinem Betrieb.
Gilt die Kündigungsfrist auch in der Probezeit?
Nein. In der Probezeit, die höchstens einen Monat dauert, können beide Seiten das Arbeitsverhältnis jederzeit ohne Frist und ohne Begründung lösen. Die gestaffelten Kündigungsfristen greifen erst nach dem Ende der Probezeit.
Was ist der Unterschied zwischen Kündigungsfrist und Kündigungstermin?
Die Frist ist die Vorlaufzeit zwischen dem Ausspruch der Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses, zum Beispiel 2 Monate. Der Termin ist der Tag, an dem das Arbeitsverhältnis tatsächlich enden darf, zum Beispiel das Quartalsende. Beide Vorgaben müssen gemeinsam eingehalten werden, sonst verschiebt sich das Ende auf den nächsten zulässigen Termin.
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Quellen & Stand
Zuletzt geprüft: Juli 2026
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