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Bewerbung

Gehaltsvorstellung in Deutschland: richtig formulieren

Kurz gesagt

Deine Gehaltsvorstellung gibst du in Deutschland immer als Bruttojahresgehalt an, bezogen auf 12 Monatsgehälter. Ein 13. oder 14. Gehalt wie in Österreich ist hier die Ausnahme. Genannt wird die Zahl nur, wenn die Stellenanzeige ausdrücklich danach fragt, und dann im Schlussteil des Anschreibens. Eine allgemeine gesetzliche Pflicht für Arbeitgeber, das Gehalt bereits im Inserat anzugeben, gibt es bislang nicht. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll das ändern, Deutschland hat die Umsetzungsfrist im Juni 2026 aber verpasst. Mit dem nationalen Umsetzungsgesetz wird erst Anfang 2027 gerechnet.

Wie formuliere ich meine Gehaltsvorstellung richtig?

Nenne einen konkreten Wert als Bruttojahresgehalt und platziere ihn im Schlussteil des Anschreibens. Grundlage sollte ein realistischer Marktvergleich für die Position, die Branche und die Region sein, damit deine Zahl weder zu hoch noch zu niedrig wirkt.

Brutto oder netto, 12 oder 13 Gehälter?

Immer brutto und immer als Jahresgehalt. In Deutschland wird mit 12 Monatsgehältern gerechnet, ein 13. Gehalt ist nicht selbstverständlich und ein 14. praktisch unüblich. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld sind, wenn überhaupt, gesondert zu betrachten.

Muss ich immer eine Gehaltsvorstellung nennen?

Nein. Du nennst deine Gehaltsvorstellung nur, wenn die Stellenanzeige ausdrücklich danach fragt. Fehlt eine solche Aufforderung, lässt du die Angabe im Anschreiben weg.

Spanne oder Fixbetrag: was ist besser?

Ein konkreter Fixbetrag oder eine enge Spanne wirken souveräner als eine sehr weite Bandbreite. Nenne einen Wert, mit dem du wirklich zufrieden wärst, denn der untere Rand einer Spanne wird im Gespräch gern als Ausgangspunkt genommen.

Müssen Stellenanzeigen das Gehalt nennen?

Bislang gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Pflicht, das Gehalt schon in der Stellenanzeige anzugeben. Freiwillig tun das aber immer mehr Arbeitgeber, auch weil Transparenz die Bewerberzahl erhöht.

Was ändert sich durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie?

Die Richtlinie soll Bewerberinnen und Bewerbern schon vor dem Gespräch Auskunft über das Einstiegsgehalt sichern. Deutschland hat die Umsetzungsfrist im Juni 2026 verpasst, das nationale Gesetz wird erst Anfang 2027 erwartet. Für öffentliche Arbeitgeber entfaltet die Richtlinie allerdings schon seit Juni 2026 unmittelbare Wirkung.

Wie viel mehr kann ich beim Jobwechsel verlangen?

Beim Wechsel verhandelst du dein Gehalt komplett neu, üblich sind 5 bis 20 Prozent mehr als im bisherigen Job. Grundlage bleibt ein sauberer Marktvergleich, an dem du deine Zahl ausrichtest.