Ausbildung zum Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse (m/w/d)
AVL
- Standort
- Regensburg · Roding
- Anstellung
- Lehre
- Erfahrung
- Berufseinstieg
- Veröffentlicht
- vor 2 Wochen
Der Fachinformatiker ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Seit dem 1. August 2020 gilt eine neue Ausbildungsordnung, und mit ihr sind aus zwei Fachrichtungen vier geworden: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse und Digitale Vernetzung. Die Ausbildungsordnung beschreibt für jede Fachrichtung eigene Berufsbildpositionen. Anwendungsentwicklung konzipiert und setzt kundenspezifische Softwareanwendungen um und sichert deren Qualität. Systemintegration konzipiert und realisiert IT-Systeme, installiert und konfiguriert Netzwerke und administriert Systeme. Daten- und Prozessanalyse untersucht Arbeits- und Geschäftsprozesse, erschließt Datenquellen und nutzt Daten, um Prozesse und digitale Geschäftsmodelle zu verbessern. Digitale Vernetzung plant, errichtet, prüft und betreibt Systeme, die Prozesse und Produkte miteinander verbinden. Was viele bei der Wahl unterschätzt: Der gemeinsame Teil ist groß. Zehn fachrichtungsübergreifende Berufsbildpositionen gelten für alle vier, und Teil 1 der Abschlussprüfung ist identisch. Er findet im vierten Ausbildungshalbjahr im Prüfungsbereich Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes statt und deckt die ersten 18 Monate ab. Getrennt wird erst in Teil 2 am Ende der Ausbildung. Die Fachrichtung entscheidet also, worauf du dich spezialisierst, nicht, ob du überhaupt IT lernst.
AVL
AVL
AVL
| Fachrichtung | Schwerpunkt laut Ausbildungsordnung | Prüfungsbereiche in Teil 2 |
|---|---|---|
| Anwendungsentwicklung | Kundenspezifische Softwareanwendungen konzipieren und umsetzen, Qualität der Anwendungen sicherstellen | Planen und Umsetzen eines Softwareprojektes, Planen eines Softwareproduktes, Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen |
| Systemintegration | IT-Systeme konzipieren und realisieren, Netzwerke installieren und konfigurieren, IT-Systeme administrieren | Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration, Konzeption und Administration von IT-Systemen, Analyse und Entwicklung von Netzwerken |
| Daten- und Prozessanalyse | Arbeits- und Geschäftsprozesse analysieren, Datenquellen erschließen, Daten zur Optimierung nutzen, Datenschutz umsetzen | Planen und Durchführen eines Projektes der Datenanalyse, Durchführen einer Prozessanalyse, Sicherstellen der Datenqualität |
| Digitale Vernetzung | Systeme zur Vernetzung von Prozessen und Produkten analysieren, planen, errichten, prüfen und betreiben | Planen und Umsetzen eines Projektes der digitalen Vernetzung, Diagnose und Störungsbeseitigung in vernetzten Systemen, Betrieb und Erweiterung von vernetzten Systemen |
Wirtschafts- und Sozialkunde ist in jeder Fachrichtung ein zusätzlicher, vierter Prüfungsbereich in Teil 2. Teil 1 ist für alle vier identisch und liegt im vierten Ausbildungshalbjahr. Die Prüfungsbereiche mit einem Projekt bestehen jeweils aus zwei Teilen, einer betrieblichen Umsetzung und ihrer Bewertung im Gespräch.
Vier: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Bis zur Neuordnung 2020 gab es nur die ersten beiden, die anderen zwei kamen mit der neuen Ausbildungsordnung dazu. Alle vier führen zum selben Abschluss und dauern drei Jahre, sie unterscheiden sich in den Berufsbildpositionen und in Teil 2 der Abschlussprüfung.
Anwendungsentwicklung baut Software: Anforderungen aufnehmen, kundenspezifische Anwendungen konzipieren und umsetzen, Algorithmen entwickeln, Qualität sichern. Systemintegration baut und betreibt die Umgebung, in der Software läuft: IT-Systeme konzipieren und realisieren, Netzwerke installieren und konfigurieren, Systeme administrieren. Vereinfacht gesagt schreibst du in der einen Fachrichtung den Code und in der anderen sorgst du dafür, dass er zuverlässig läuft.
Sie sitzt zwischen IT und Fachabteilung. Die Ausbildungsordnung nennt vier Schwerpunkte: Arbeits- und Geschäftsprozesse analysieren, Datenquellen analysieren und Daten bereitstellen, Daten nutzen, um Prozesse und digitale Geschäftsmodelle zu verbessern, und Datenschutz sowie Datensicherheit umsetzen. In der Prüfung schlägt sich das in einem Projekt der Datenanalyse, einer Prozessanalyse und dem Sicherstellen der Datenqualität nieder.
Sie verbindet Prozesse und Produkte, also klassischerweise die Welt aus Produktion, Gebäudetechnik und vernetzten Geräten mit der IT. Laut Ausbildungsordnung analysierst und planst du Systeme zur Vernetzung, errichtest, änderst und prüfst sie und betreibst sie anschließend so, dass sie verfügbar bleiben. In der Prüfung geht es entsprechend um ein Vernetzungsprojekt, um Diagnose und Störungsbeseitigung und um den Betrieb vernetzter Systeme.
Drei Jahre, dual in Betrieb und Berufsschule. Die Abschlussprüfung ist gestreckt und besteht aus zwei Teilen: Teil 1 liegt im vierten Ausbildungshalbjahr, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Beide zählen zusammen in das Gesamtergebnis, es gibt also keine folgenlose Zwischenprüfung mehr.
Kaum. Zehn Berufsbildpositionen gelten fachrichtungsübergreifend, von Kundenberatung über IT-Sicherheit und Datenschutz bis zum Programmieren von Softwarelösungen. Sieben davon sind sogar über die IT-Berufe hinweg gleich und werden genauso in den Ausbildungen zum IT-System-Elektroniker, zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement und zum Kaufmann für IT-System-Management vermittelt. Teil 1 der Abschlussprüfung deckt genau diesen gemeinsamen Stoff der ersten 18 Monate ab.
Praktisch schon bei der Bewerbung, denn die Fachrichtung steht im Ausbildungsvertrag und viele Betriebe schreiben ihre Stellen direkt danach aus. Welche Fachrichtungen ein Betrieb überhaupt anbietet, hängt davon ab, was er selbst macht. Ein Softwarehaus bildet selten in Digitaler Vernetzung aus, ein Industriebetrieb selten in Anwendungsentwicklung. Ein späterer Wechsel ist deshalb kein Formular, sondern eine Absprache mit deinem Ausbildungsbetrieb.
Geh von der Tätigkeit aus, nicht vom Titel. Wenn du gern lange an einer Lösung baust und Logik reizvoll findest, passt Anwendungsentwicklung. Wenn dich Infrastruktur, Netzwerke und ein laufender Betrieb interessieren, passt Systemintegration. Wenn du Fragen stellst wie warum dauert dieser Prozess so lange und was sagen die Daten dazu, passt Daten- und Prozessanalyse. Und wenn du zwischen Maschinen, Sensorik und IT stehen willst, passt Digitale Vernetzung. Ein Praktikum vor der Bewerbung klärt das schneller als jede Beschreibung.