Zum Inhalt springen
Gehalt

Gehaltsverhandlung in Österreich: so viel Prozent sind realistisch

Kurz gesagt

In einer Gehaltsverhandlung sind im bestehenden Job 3 bis 10 Prozent mehr realistisch, beim Jobwechsel 15 bis 20 Prozent. Deinen Marktwert prüfst du vorher mit dem AMS-Gehaltskompass oder auf gehaltsrechner.gv.at. Die stärksten Argumente drehen sich um Leistung und Verantwortung, nicht um private Kosten. Die jährliche KV-Erhöhung zählt dabei nicht als Gehaltserhöhung, sie gleicht nur die Inflation aus.

Wie viel Gehaltserhöhung ist realistisch?

Im bestehenden Job sind je nach Branche und Leistung 3 bis 10 Prozent realistisch. Beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber sind 15 bis 20 Prozent drin, weil du dort dein gesamtes Gehalt neu verhandelst.

Wie bereite ich eine Gehaltsverhandlung vor?

Sammle konkrete Erfolge und Zahlen, etwa in einem Leistungstagebuch, und vergleiche dein Gehalt mit dem, was der Markt zahlt. Leg vorab eine Zielzahl fest und eine Untergrenze, mit der du noch einverstanden wärst. Wer selbst eine Zahl nennt, setzt den Rahmen der Verhandlung.

Wie finde ich meinen Marktwert heraus?

Der AMS-Gehaltskompass zeigt, was in deinem Beruf in Österreich üblich ist, gehaltsrechner.gv.at liefert einen zweiten Vergleichswert. Zusätzlich lohnt ein Blick in aktuelle Stelleninserate, dort muss das kollektivvertragliche Mindestgehalt stehen.

Welche Argumente zählen in der Gehaltsverhandlung?

Die besten Argumente für eine Gehaltserhöhung sind konkrete Ergebnisse, ein erweitertes Aufgabengebiet, neue Verantwortung und abgeschlossene Weiterbildungen, dazu ein sachlicher Marktvergleich. Private Gründe wie gestiegene Ausgaben oder die reine Betriebszugehörigkeit überzeugen dagegen kaum.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Gut geeignet ist das jährliche Mitarbeitergespräch oder der Moment direkt nach einem sichtbaren Erfolg. Ein guter Anlass ist auch, wenn dauerhaft neue Aufgaben dazugekommen sind. Bei schwachen Unternehmenszahlen oder während einer Umstrukturierung stehen die Chancen schlecht.

Zählt die KV-Erhöhung als Gehaltserhöhung?

Nein. Die jährliche KV-Erhöhung gleicht die Inflation aus und kommt automatisch, sie ist keine individuelle Gehaltserhöhung. Was du persönlich verhandelst, kommt zusätzlich dazu, diese Überzahlung ist reine Verhandlungssache.

Was mache ich, wenn die Antwort Nein ist?

Frag nach den konkreten Gründen und vereinbare einen fixen Folgetermin, an dem ihr das Thema neu bewertet. Verhandeln lässt sich auch abseits vom Grundgehalt, etwa über ein Weiterbildungsbudget, zusätzliche Urlaubstage, Homeoffice-Tage oder ein Jobticket.