Was ist die Google Indexing API? Und warum sie nur Stellenanzeigen und Livestreams annimmt
Die Indexing API ist kein Schnellweg in den Google-Index für beliebige Seiten. Sie ist ein eng gefasster Meldeweg für Inhalte, die schnell veralten, und eine Stellenanzeige ist genau so ein Inhalt.
9 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
Die Google Indexing API ist eine Schnittstelle, über die du Google direkt mitteilst, dass eine Seite neu ist, sich geändert hat oder nicht mehr existiert, damit der Googlebot sie früher abholt, als er es von selbst täte. Google nimmt solche Meldungen nur für zwei Arten von Seiten an, für einzelne, maschinenlesbar ausgezeichnete Stellenanzeigen und für Livestream-Videos. Für Bing und mehrere andere Suchmaschinen gibt es mit IndexNow einen offenen zweiten Meldeweg. Beide sind dafür gebaut, den Weg einer Stelle in die Suche und wieder hinaus zu verkürzen, und bilden damit das Fundament für aktuelle Ergebnisse. Über die Aufnahme in den Index entscheidet danach jede Suchmaschine selbst.
Was die Indexing API tut
Ohne Meldung entscheidet Google selbst, wann es eine Seite abholt. Der Crawler folgt Links und Sitemaps und kommt in Abständen wieder, die er selbst festlegt. In seinen Vorgaben für Stellenanzeigen schreibt Google, dass es nach dem Veröffentlichen mehrere Tage dauern kann, bis eine neue Seite gefunden und gecrawlt ist. Für eine Stelle, die nach drei Wochen besetzt ist, ist das ein spürbarer Teil ihrer Laufzeit.
Die Indexing API dreht die Richtung um. Nicht Google fragt nach, du meldest dich, sobald sich an einer Adresse etwas tut. Es gibt genau zwei Arten von Meldungen. Die eine sagt, dass eine Seite neu ist oder sich geändert hat, zwischen beidem unterscheidet Google nicht. Die andere sagt, dass eine Seite entfernt wurde. Google plant die Adresse daraufhin für einen frischen Abruf ein.
Wichtig ist, was in so einer Meldung fehlt, nämlich der Inhalt. Sie enthält nur die Adresse und die Art der Meldung. Was Google danach in den Index übernimmt, liest der Googlebot beim nächsten Abruf von der Seite selbst. Eine Meldung ist also eine Türklingel und keine Lieferung. Die Seite muss in dem Moment fertig sein, in dem es klingelt.
Warum nur Stellenanzeigen und Livestreams?
Google legt den Rahmen eng fest. Die Indexing API darf nur für Seiten genutzt werden, die eine Stellenanzeige als JobPosting auszeichnen oder ein Livestream-Video mit einem BroadcastEvent beschreiben. Ohne diese Auszeichnung ist eine Seite für die Schnittstelle nicht vorgesehen.
Den Grund nennt Google gleich mit. Die Schnittstelle ist für Websites mit vielen kurzlebigen Seiten gedacht, und als Beispiele stehen dort Stellenanzeigen und Livestreams. Beide haben ein festes Ende. Ein Livestream ist nach ein paar Stunden vorbei, eine Stelle nach ein paar Wochen besetzt, und wer danach noch darauf stößt, hat nichts mehr davon.
Für dich als Arbeitgeber heißt das, dass die Indexing API für genau deinen Inhalt gebaut wurde, unter einer Bedingung. Jede offene Stelle braucht ihre eigene Seite mit eigener Adresse, denn Google erlaubt die Auszeichnung nur auf Seiten mit einer einzelnen Stellenanzeige. Eine Karriereseite, die alle Positionen nur auf einer Übersicht auflistet, hat der Schnittstelle nichts zu melden. Ob dein Bewerbermanagementsystem jede Stelle als eigene Seite ausspielt, entscheidet also mit, ob dieser Weg überhaupt offensteht.
Was nach einer Meldung passiert
Eine Meldung bringt Google dazu, eine Adresse für einen frischen Abruf einzuplanen. Ob und wann die Seite danach im Index steht, entscheidet Google wie bei jeder anderen Seite, die Meldung schafft dafür die Grundlage. Die Statusabfrage der Schnittstelle zeigt deshalb, wann Google zuletzt eine Meldung zu einer Adresse erhalten hat, und nicht den Stand im Index.
Die Dokumentation beschreibt die Meldung als Anstoß zum Crawlen, die Reihenfolge der Ergebnisse regeln andere Systeme. Weil AI Overviews und AI Mode auf demselben Suchindex aufbauen, ist eine schnell und aktuell erfasste Stelle auch dort die Grundlage. Wie sich das in AI-Antworten zeigt, lässt sich erst über einen längeren Zeitraum beobachten.
Für gewöhnliche Seiten ist sie auch nicht gedacht. Blogartikel, Produktseiten oder Kategorieseiten liegen außerhalb dessen, wofür Google sie freigibt. Seit September 2024 steht in der Dokumentation ausdrücklich, dass jede Meldung eine strenge Spam-Prüfung durchläuft. Wer versucht, das Kontingent zu umgehen, etwa über mehrere Konten, kann den Zugang verlieren.
Auch die Menge ist begrenzt. Standardmäßig sind 200 Meldungen pro Tag und Projekt erlaubt, neue und entfernte Seiten zusammengerechnet. Google stellt dieses Kontingent ausdrücklich für Einrichtung und Tests bereit, wer mehr braucht, beantragt eine Freigabe. Danach kann das Kontingent je nach Qualität der gemeldeten Seiten steigen oder sinken. Für eine einzelne Karriereseite reicht das oft. Wer die Stellen vieler Arbeitgeber meldet, stößt schnell an diese Grenze.
IndexNow: eine Meldung für mehrere Suchmaschinen
Für eine Reihe anderer Suchmaschinen gibt es einen zweiten Weg. IndexNow ist ein offenes Protokoll, über das du melden kannst, dass eine Adresse hinzugekommen ist, sich geändert hat oder gelöscht wurde, egal welcher Inhalt dahinter steht. Als Ausweis dient eine kleine Textdatei mit einem selbst gewählten Schlüssel auf deiner Domain. Daran prüfen die Suchmaschinen, dass die Meldung wirklich vom Betreiber der Seite kommt.
Der größte Unterschied liegt in der Verteilung. Wer eine Adresse an eine teilnehmende Suchmaschine meldet, erreicht automatisch alle anderen mit, so haben es die Teilnehmer vereinbart. Laut der offiziellen Liste sind das derzeit Bing, Yandex, Seznam, Naver, Yep, das Internet Archive und Amazon. Google steht nicht auf dieser Liste, eine IndexNow-Meldung kommt bei Google also nicht an.
Auch hier entscheidet jede Suchmaschine eigenständig, ob und wann sie eine gemeldete Seite indexiert, so schreiben es die Betreiber von IndexNow selbst. Microsoft schrieb im Februar 2026, IndexNow helfe, Informationen in Suche und AI-Angeboten aktuell zu halten. Wie groß dieser Effekt für einzelne Seiten ist, lässt sich erst über einen längeren Zeitraum messen.
Beide Meldewege nebeneinander, so wie ihre Betreiber sie dokumentieren.
- Wer die Meldung erhält
-
Google Indexing API
Nur Google.
IndexNow
Alle teilnehmenden Suchmaschinen, darunter Bing, Yandex, Seznam und Naver. Google gehört nicht dazu.
- Welche Seiten du melden darfst
-
Google Indexing API
Nur Seiten mit einer ausgezeichneten Stellenanzeige oder einem Livestream-Video.
IndexNow
Jede Seite deiner Domain, sobald sie neu ist, sich geändert hat oder gelöscht wurde.
- Wie du dich ausweist
-
Google Indexing API
Über ein Dienstkonto, das in der Google Search Console als Inhaber deiner Website eingetragen ist.
IndexNow
Über eine Schlüsseldatei, die auf deiner Domain liegt.
- Wie viel du melden darfst
-
Google Indexing API
200 Meldungen pro Tag als Standard, mehr nur nach Freigabe.
IndexNow
Bis zu 10.000 Adressen in einer Anfrage. Tagesgrenzen legt jede Suchmaschine selbst fest.
Google Indexing API
IndexNow
Von online bis besetzt: der Weg einer Stelle durch die Suche
Bei einer Stellenanzeige zählen beide Richtungen gleich viel. Sie soll schnell in die Suche hinein und nach der Besetzung genauso schnell wieder hinaus. Beim zweiten Teil ist Google streng. Abgelaufene Stellenanzeigen sind nicht erlaubt, und wer nicht rechtzeitig handelt, riskiert eine manuelle Maßnahme. Drei Momente im Leben einer Stelle verlangen deshalb eine Meldung.
- 1 Die Stelle geht online Die Seite antwortet ganz normal und zeigt die vollständige Anzeige, ihre Auszeichnung beschreibt eine offene Stelle. Jetzt geht die erste Meldung hinaus, an Google als neue Seite und über IndexNow an die übrigen Suchmaschinen.
- 2 Die Stelle ändert sich Ein anderes Gehalt, ein zusätzlicher Standort oder eine verlängerte Frist ändern den Inhalt, nicht die Adresse. Die Seite antwortet weiter normal, die Auszeichnung zeigt die neuen Angaben, und die Meldung ist dieselbe wie beim Start. Eine eigene Meldungsart für Änderungen kennt Google nicht.
- 3 Die Stelle ist besetzt Jetzt muss zuerst die Seite selbst sagen, dass es die Stelle nicht mehr gibt, am klarsten mit dem Statuscode 404 oder 410 statt der Anzeige. Erst danach folgt die Entfernungsmeldung an Google, denn Google verlangt, dass die Adresse zu diesem Zeitpunkt schon so antwortet oder für den Index gesperrt ist. Über IndexNow geht dieselbe Adresse noch einmal hinaus, gelöschte Seiten sind dort ausdrücklich vorgesehen.
404 oder 410 klingt nach einer technischen Kleinigkeit. Beide Codes sagen einem Crawler, dass unter dieser Adresse nichts mehr zu holen ist. Laut HTTP-Norm fügt 410 hinzu, dass das voraussichtlich so bleibt, während 404 offenlässt, ob die Seite nur vorübergehend fehlt. Google macht zwischen beiden keinen Unterschied und nimmt eine bereits indexierte Adresse in beiden Fällen aus dem Index. Für eine besetzte Stelle ist 410 die genauere Aussage, falsch ist 404 deshalb nicht.
Die Seite muss dafür nicht zwingend verschwinden. Google nennt zwei Alternativen, ein Ablaufdatum in der Auszeichnung, das in der Vergangenheit liegt, oder das Entfernen der Auszeichnung. Eine Weiterleitung auf die Karriere-Übersicht gehört nicht zu den Wegen, die Google aufzählt. Melden solltest du die Änderung in jedem Fall. Google empfiehlt dafür bei Stellenseiten die Indexing API statt der Sitemap, weil der Googlebot die Seite so früher abruft.
Für technisch Interessierte
Was in einer Meldung steht
Beide Meldewege sind schlichte Webanfragen mit wenigen Feldern, und beide transportieren nur Adressen, nie Inhalte. Die Tabelle zeigt, was in einer Anfrage steht, wie sich der Absender ausweist und welche Mengen dokumentiert sind.
| Angabe | Google Indexing API | IndexNow |
|---|---|---|
| Endpunkt | POST an urlNotifications:publish auf indexing.googleapis.com, Version v3 | POST an api.indexnow.org/indexnow oder an den Endpunkt einer teilnehmenden Suchmaschine |
| Inhalt der Anfrage | JSON mit "url" und "type", der Typ ist URL_UPDATED oder URL_DELETED | JSON mit "host", "key", optional "keyLocation" und der Liste "urlList" |
| Ausweis | OAuth-Token eines Dienstkontos, das in der Search Console als delegierter Inhaber eingetragen ist | Schlüsseldatei auf der eigenen Domain |
| Menge pro Anfrage | Bis zu 100 Meldungen in einer Sammelanfrage, jede Adresse zählt einzeln | Bis zu 10.000 Adressen |
| Standardkontingent | 200 Meldungen pro Tag und Projekt, 380 Anfragen pro Minute insgesamt, 180 Statusabfragen pro Minute | Keine veröffentlichte Zahl, jede Suchmaschine setzt eigene Grenzen je Website |
| Antwort bei Erfolg | 200, Google kann die Adresse daraufhin bald neu crawlen oder entfernen | 200, wenn die Meldung empfangen wurde, 202, solange der Schlüssel noch geprüft wird |
Für Google braucht es vorab ein Projekt in der Google Cloud mit einem Dienstkonto, die Anfrage trägt ein OAuth-Token mit der Berechtigung für die Indexing API. Eine Sammelanfrage spart Verbindungen, aber kein Kontingent. Das Tageskontingent setzt Google um Mitternacht pazifischer Zeit zurück.
Bei IndexNow ist der Schlüssel 8 bis 128 Zeichen lang, erlaubt sind Buchstaben, Ziffern und Bindestriche. Er liegt als UTF-8-Textdatei mit dem Schlüssel als Dateinamen im Stammverzeichnis der Domain oder an der Adresse, die keyLocation nennt. Zu viele Anfragen beantwortet der Endpunkt mit 429.
Wie wir es selbst halten
Die Stellenseiten, die wir betreiben, melden wir über beide Wege, wenn eine Stelle neu ist, sich ändert oder endet. Andere Seiten melden wir nicht, sie werden über Sitemap und Links gefunden. Den Takt gibt der Abgleich mit dem Bewerbermanagementsystem vor, nicht die Minute, in der dort etwas geändert wird.
Wann eine gemeldete Stelle im Index auftaucht, entscheidet jede Suchmaschine selbst.
Darf ich die Indexing API für ganz normale Seiten nutzen?
Nein. Google gibt die Schnittstelle nur für Seiten mit einer ausgezeichneten Stellenanzeige oder einem Livestream-Video frei, und jede Meldung durchläuft eine Spam-Prüfung. Wer die Regeln umgeht, riskiert den Zugang. Gewöhnliche Seiten findet Google weiterhin über Links und die Sitemap.
Wie viele Meldungen erlaubt die Indexing API pro Tag?
Standardmäßig 200 pro Projekt und Tag, neue, geänderte und entfernte Seiten zusammengerechnet. Google stellt dieses Kontingent für Einrichtung und Tests bereit, mehr gibt es nur auf Antrag. Wie viel danach freigegeben wird, kann sich mit der Qualität der gemeldeten Seiten ändern.
Meldet IndexNow auch an Google?
Nein. Google gehört nicht zu den Suchmaschinen, die IndexNow-Meldungen untereinander teilen. Für Stellenseiten ist bei Google die Indexing API der direkte Weg. Wer Google und Bing gleichermaßen erreichen will, braucht deshalb beide Meldewege.
404 oder 410: Was ist bei einer besetzten Stelle richtig?
Beides funktioniert. Google behandelt die zwei Codes gleich und nimmt eine bereits indexierte Adresse in beiden Fällen aus dem Index. 410 sagt genauer, dass die Seite dauerhaft weg ist, 404 lässt offen, ob sie zurückkommt. Wichtiger als die Wahl des Codes ist, dass die Seite ihn liefert, bevor die Entfernungsmeldung hinausgeht.
Brauche ich noch eine Sitemap, wenn ich die Indexing API nutze?
Ja. Google empfiehlt für Stellenseiten zwar die Indexing API statt der Sitemap, weil der Googlebot eine gemeldete Seite früher abruft. Für die Abdeckung der gesamten Website rät Google trotzdem weiterhin zu einer Sitemap.
Kann ich meine eigene Karriereseite über die Indexing API melden?
Ja, wenn jede offene Stelle eine eigene, als Stellenanzeige ausgezeichnete Seite hat und deine Domain in der Google Search Console bestätigt ist. Eine Übersichtsseite mit vielen Stellen darf keine solche Auszeichnung tragen und ist damit kein Fall für die Schnittstelle. Ob dein Bewerbermanagementsystem das von sich aus erledigt, weiß dessen Anbieter.
Quellen
- Google Search Central: Indexing API, Schnellstart öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: Indexing API, Voraussetzungen öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: Indexing API verwenden öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: Indexing API, Kontingent und Preise öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: Dokumentations-Updates, Spam-Prüfung der Indexing API (September 2024) öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: JobPosting, strukturierte Daten öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: HTTP-Statuscodes und Netzwerkfehler öffnet in neuem Fenster
- RFC 9110: HTTP Semantics, Statuscodes 404 und 410 öffnet in neuem Fenster
- IndexNow: Dokumentation öffnet in neuem Fenster
- IndexNow: Häufige Fragen öffnet in neuem Fenster
- IndexNow: Liste der teilnehmenden Suchmaschinen öffnet in neuem Fenster
- Bing Webmaster Blog: AI Performance in den Bing Webmaster Tools (Februar 2026) öffnet in neuem Fenster
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