Wie funktioniert Google for Jobs? Strukturierte Daten für Stellenanzeigen erklärt
Sucht jemand bei Google nach einem Job, zeigt Google passende Stellen in einem eigenen Block. Ob deine dabei sind, entscheidet kein Budget. Die Voraussetzung dafür steckt in einem Abschnitt im Quelltext der Stellenseite, den Bewerbende nie zu sehen bekommen.
9 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
Google for Jobs ist die Jobsuche, die Google direkt in seine Suchergebnisse einbaut, gespeist aus Karriereseiten und Jobbörsen, die ihre Stellen mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting auszeichnen. Anmelden, hochladen oder bezahlen musst du dafür nichts. Eine Stelle kommt hinein, wenn ihre Seite diese Auszeichnung vollständig trägt und für Google erreichbar ist, und sie muss wieder verschwinden, sobald sie vergeben ist. Für AI-Assistenten ist sie ein Fundament, dessen Wirkung sich erst mit der Zeit messen lässt.
Was Google for Jobs ist, und was nicht
Google hat die Jobsuche 2017 als Teil seiner Initiative Google for Jobs gestartet. In der eigenen Dokumentation heißt sie heute schlicht Jobsuche auf Google. Sucht jemand eindeutig nach einer Stelle, etwa nach einer Lehrstelle in Graz, zeigt Google zuerst bis zu drei Treffer. Die ganze Liste lässt sich dann nach Ort, Jobtitel und weiteren Kriterien filtern.
Eine Jobbörse ist Google for Jobs trotzdem nicht. Googles Anleitung für Arbeitgeber sieht weder ein Konto noch einen Upload vor, Google sammelt die Stellen nach eigener Aussage direkt bei Arbeitgebern und Karriereseiten im Netz ein. Steht dieselbe Stelle auf mehreren Seiten, kann ein Eintrag mehrere Wege zur Bewerbung anbieten. Die Bewerbung selbst läuft auf der jeweiligen Seite, nicht bei Google.
Die Aufnahme kostet nichts. Laut Google zahlen Anbieter von Stellenanzeigen nicht dafür, in der Jobsuche zu erscheinen, und können sich auch keine bessere Platzierung kaufen. Sortiert wird nach Relevanz, unter anderem nach Suchbegriffen, Ort und Datum der Anzeige. Österreich, Deutschland und die Schweiz stehen auf Googles Liste der Länder, in denen die Jobsuche verfügbar ist.
Wie eine Stelle in die Google-Jobsuche kommt
Der Weg hinein führt über strukturierte Daten. Gemeint ist eine zweite, maschinenlesbare Beschreibung der Stelle im Quelltext der Seite, die für Bewerbende unsichtbar bleibt. Sie folgt dem Vokabular schema.org, in dem der Typ für Stellenanzeigen JobPosting heißt.
Google liest diese Daten, wenn sein Crawler die Stellenseite besucht, wie bei jeder anderen Seite auch. Als Format empfiehlt Google JSON-LD, einen kompakten Datenblock, der sich getrennt vom sichtbaren Layout pflegen lässt.
In der Praxis entsteht die Auszeichnung dort, wo die Stellenseite erzeugt wird. Bei einer Karriereseite ist das oft das Bewerbermanagementsystem, und ob die Seiten dort JobPosting-Daten tragen, hängt vom System und seiner Einrichtung ab. Jobbörsen zeichnen ihre eigenen Seiten aus. Laut Google führt auch über sie ein Weg in die Jobsuche.
Wann Google eine neue Stellenseite liest, hängt davon ab, wann sein Crawler vorbeikommt. Für Stellenseiten empfiehlt Google, neue und geänderte Adressen aktiv über seine Indexing API zu melden. Die Auszeichnung ist die Voraussetzung, über die Anzeige entscheidet dann Google.
Welche Angaben Google wirklich verlangt
Die Liste der Pflichtangaben ist kürzer, als viele Checklisten vermuten lassen. Googles Dokumentation nennt genau fünf. Ohne sie kommt eine Stelle für die Jobsuche nicht infrage.
Die erste ist der Jobtitel, und zwar nur die Berufsbezeichnung, ohne Kennziffer, Adresse, Datum, Gehalt oder Firmennamen. Aus „Buchhalter Linz, Kennziffer 4711, ab sofort“ wird schlicht „Buchhalter“.
Dazu kommt eine Beschreibung, die die Stelle vollständig abbildet, mit Aufgaben, Anforderungen, Arbeitszeit, Ausbildung und Erfahrung. Als Arbeitgeber steht der Name des Unternehmens darin, nicht die einzelne Filiale. Beim Ort zählt der Arbeitsplatz, also Büro, Baustelle oder Werkstatt, und das Land muss immer dabei sein. Die fünfte Pflichtangabe ist das Datum, an dem der Arbeitgeber die Stelle ursprünglich veröffentlicht hat.
Empfohlen sind außerdem Gehalt, Anstellungsart, eine eindeutige Kennung, das Ablaufdatum und die Angabe, ob man sich direkt auf der Seite bewerben kann. Beim Gehalt ist Google streng. Gemeint ist nur das tatsächliche Gehalt laut Arbeitgeber, keine Schätzung.
Eine Regel gilt für alle Angaben zugleich. Was in der Auszeichnung steht, muss auch sichtbar auf der Seite stehen. Ein Gehalt, das nur im Quelltext auftaucht, wertet Google als Verstoß gegen seine Richtlinien.
Wenn die Stelle vergeben ist
Für das Ende einer Ausschreibung hat JobPosting ein eigenes Feld namens validThrough. Hat deine Anzeige eine Bewerbungsfrist, gehört dieses Datum hinein. Eine Ausschreibung, die nie abläuft, bekommt nach Googles Vorgabe keines. Wird die Stelle vor der Frist besetzt, hilft das Datum allein nicht, dann muss die Anzeige schon vorher weg.
Abgelaufene Stellen lässt Google in der Jobsuche nicht zu. Für eine vergebene Stelle nennt Google drei Wege. Die Seite antwortet mit dem Statuscode 404 oder 410, das Ablaufdatum in der Auszeichnung liegt in der Vergangenheit, oder der JobPosting-Block verschwindet aus dem Quelltext, während die Seite als Archiv stehen bleibt. Danach sollte Google davon erfahren, am schnellsten über denselben Meldeweg, den Google auch für neue Stellen empfiehlt.
Wer abgelaufene Stellen stehen lässt, riskiert eine manuelle Maßnahme gegen die strukturierten Daten. Google ignoriert die Auszeichnung dann. Die Seite kann in der normalen Suche weiter auftauchen, in der Jobsuche nicht mehr. Um die Maßnahme loszuwerden, behebst du den Fehler und beantragst über die Search Console eine erneute Prüfung.
Zu den häufigen Fehlern zählt Google außerdem einen Bewerbungsweg, der von einer Anzeige auf eine bereits abgelaufene Stellenseite führt.
Warum taucht meine Stelle nicht auf?
Google führt für Stellenanzeigen eine eigene Liste der häufigsten Probleme. Ganz oben steht die Auszeichnung auf der falschen Seite. JobPosting gehört ausschließlich auf die Seite einer einzelnen Stelle. Trägt die Übersicht, auf der alle offenen Stellen untereinander stehen, solche Daten, ist das ein Richtlinienverstoß, den Google in der Search Console eigens meldet.
Ebenfalls auf der Liste steht ein Widerspruch zwischen Seite und Auszeichnung, etwa ein anderer Jobtitel im Quelltext als auf der Seite. Dazu kommt ein Ort, der ganz fehlt oder den Google keinem realen Ort zuordnen kann.
Manchmal kommt Google gar nicht an die Seite heran. Eine Sperre in der robots.txt, eine noindex-Anweisung oder eine Anmeldung vor der Stellenbeschreibung verhindern, dass Google die Stelle liest oder aufnimmt. Ausgeschlossen sind außerdem Anzeigen ohne Möglichkeit zur Bewerbung und solche, deren Ablaufdatum verstrichen ist.
Und manchmal fehlt nur Zeit, bis Google die Seite gelesen hat. Ob die Auszeichnung formal stimmt, zeigt Googles Rich Results Test für jede einzelne Adresse. Er prüft allerdings nur die Form. Richtlinienverstöße wie eine Auszeichnung auf der falschen Seite oder einen Widerspruch zum sichtbaren Text erkennt er nach Googles eigenem Hinweis nicht.
Was die Auszeichnung für AI-Antworten bedeutet
Für Googles Jobsuche ist JobPosting die Eintrittskarte. Für AI-Assistenten ist die Auszeichnung ein Fundament, dessen Wirkung sich heute noch schwer messen lässt.
Googles eigene AI-Funktionen, also AI Overviews und AI Mode, bauen laut Google auf dem normalen Suchindex und den bestehenden Ranking-Systemen auf. Eine Stellenseite, die im Index steht und ihre Angaben klar ausweist, bringt damit auch dort die Voraussetzungen mit.
Wie stark ChatGPT, Perplexity und andere Assistenten strukturierte Daten gewichten, legen die Anbieter nicht offen. Microsoft hat Berichten von der Fachkonferenz SMX München 2025 zufolge erklärt, dass strukturierte Daten seinen Sprachmodellen helfen, Inhalte zu verstehen. Erste Studien zu Zitierungen in AI-Antworten, etwa eine Auswertung des SEO-Softwareanbieters Ahrefs vom Mai 2026, zeichnen noch kein eindeutiges Bild.
Für dich heißt das, die Auszeichnung als Fundament zu behandeln. Sie macht deine Angaben für jede Maschine eindeutig, und wie sich das in AI-Antworten niederschlägt, lässt sich erst über einen längeren Zeitraum messen. Der sichtbare Text bleibt dabei genauso wichtig, denn auf ihn greift ein Assistent zurück, sobald er eine Seite abruft.
Für technisch Interessierte
Die JobPosting-Angaben im Detail
Für den Blick in den Quelltext oder das Gespräch mit einer Agentur braucht es die technischen Namen. Die Auszeichnung steht als JSON-LD in einem Skriptblock vom Typ application/ld+json, ein JobPosting pro Stellenseite, Datumswerte im Format ISO 8601. Microdata und RDFa akzeptiert Google ebenso, sofern die Auszeichnung gültig ist.
| Angabe | Pflicht oder empfohlen | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| title | Pflicht | Nur die Berufsbezeichnung, ohne Kennziffer, Adresse, Datum, Gehalt oder Firmennamen. |
| description | Pflicht | Vollständig als HTML, mit Aufgaben, Anforderungen, Arbeitszeit, Ausbildung und Erfahrung, nicht bloß der Titel. |
| datePosted | Pflicht | Das Datum der ursprünglichen Veröffentlichung durch den Arbeitgeber. |
| hiringOrganization | Pflicht | Der Name des Unternehmens, nicht der Filiale, optional mit Website und Logo. |
| jobLocation | Pflicht | Der Arbeitsort mit möglichst vielen Adressangaben, addressCountry immer. Mehrere Orte stehen als Liste. Bei reinen Remote-Stellen ersetzt die Angabe der zulässigen Länder den Ort, siehe unten. |
| baseSalary | Empfohlen | Nur das tatsächliche Gehalt laut Arbeitgeber, als Betrag oder Spanne mit Währung und Einheit wie MONTH oder YEAR. |
| employmentType | Empfohlen | Feste Werte wie FULL_TIME, PART_TIME oder INTERN, auch mehrere zugleich. |
| identifier | Empfohlen | Die eindeutige Kennung der Stelle beim Arbeitgeber. |
| validThrough | Empfohlen, bei Ablaufdatum Pflicht | Das Ablaufdatum. Bei einer Ausschreibung, die nie abläuft, entfällt das Feld. |
| directApply | Empfohlen | Ob die Bewerbung direkt auf dieser Seite ohne unnötige Zwischenschritte möglich ist. Google entwickelt die Nutzung laut eigener Aussage noch, die Angabe ist damit eine Grundlage für später. |
| jobLocationType | Empfohlen, bei reiner Remote-Stelle Pflicht | Der Wert TELECOMMUTE, nur für Stellen, die zu hundert Prozent remote sind. |
| applicantLocationRequirements | Empfohlen, bei reiner Remote-Stelle Pflicht | Mindestens ein Land, aus dem Bewerbende arbeiten dürfen. |
Im Juni 2025 hat Google angekündigt, die eigene Auszeichnung für geschätzte Gehälter (Estimated Salary) aus der Suche zu nehmen, seit September 2025 fehlt sie auch in der Search Console. baseSalary ist davon nicht betroffen.
Zwei Regeln gelten für alle Felder. JobPosting gehört nur auf die Seite einer einzelnen Stelle, nie auf Listen- oder Suchergebnisseiten, und die meisten Angaben dürfen pro Seite nur einmal vorkommen. Außerdem sind title und name nicht austauschbar.
Bevor eine Vorlage für alle Stellen live geht, rät Google, einige Seiten mit dem Rich Results Test und der URL-Prüfung der Search Console anzusehen.
Wie wir es selbst halten
Auf den Stellenseiten, die wir betreiben, steht die JobPosting-Auszeichnung auf jeder einzelnen Stelle und nie auf einer Übersicht. Bevor sie ausgeliefert wird, prüfen wir sie, und eine fehlerhafte Auszeichnung geht gar nicht erst online. Endet eine Stelle, antwortet ihre Seite mit 404, und Google erfährt davon.
Ob eine Stelle in der Jobsuche erscheint, entscheidet trotzdem Google, für unsere Seiten genauso wie für jede andere.
Kostet Google for Jobs etwas?
Nein. Laut Google zahlen Anbieter von Stellenanzeigen nicht dafür, in der Jobsuche zu erscheinen, und können sich auch keine bessere Platzierung kaufen. Aufwand entsteht nur dort, wo die Auszeichnung auf der Stellenseite gebaut und gepflegt wird.
Muss ich meine Stellen bei Google for Jobs anmelden?
Nein, eine Anmeldung sieht Googles Anleitung nicht vor. Google liest die JobPosting-Auszeichnung, wenn es die Stellenseite crawlt, ob sie nun auf deiner Karriereseite oder bei einer Jobbörse steht. Eine neue Adresse aktiv zu melden, beschleunigt nur den Besuch des Crawlers.
Gibt es Google for Jobs in Österreich und der Schweiz?
Ja. Österreich, Deutschland und die Schweiz stehen ausdrücklich auf Googles Liste der Länder, in denen die Jobsuche verfügbar ist. Für die Auszeichnung gilt in allen drei Ländern dieselbe Anleitung.
Wie viele Pflichtfelder hat JobPosting?
Fünf. Google verlangt den Jobtitel, die vollständige Beschreibung, den Arbeitgeber, den Arbeitsort mit Land und das Datum der ursprünglichen Veröffentlichung. Gehalt, Anstellungsart und Kennung sind empfohlen, das Ablaufdatum wird nur für Ausschreibungen mit Frist zur Pflicht.
Was bedeutet validThrough?
Das Feld nennt das Datum, an dem eine Ausschreibung abläuft. Hat deine Stelle eine Bewerbungsfrist, gehört deren Datum hinein. Eine Ausschreibung, die nie abläuft, bekommt keines. Wird die Stelle vorher besetzt, muss die Anzeige trotzdem schon vor der Frist weg.
Bringt die JobPosting-Auszeichnung meine Stelle in ChatGPT?
Sie ist Teil des Fundaments, ihre Wirkung auf ChatGPT lässt sich heute aber noch nicht beziffern. OpenAI legt nicht offen, wie stark ChatGPT strukturierte Daten gewichtet, und erste Studien zeichnen noch kein eindeutiges Bild. Für die Jobsuche von Google ist die Auszeichnung ohnehin Voraussetzung.
Quellen
- Google Search Central: Strukturierte Daten für Stellenanzeigen (JobPosting) öffnet in neuem Fenster
- Google Search-Hilfe: Jobs auf Google suchen öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: Einführung in strukturierte Daten öffnet in neuem Fenster
- schema.org: JobPosting öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central Blog: Connect to job seekers with Google Search, Juni 2017 öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central Blog: Simplifying the search results page, Juni 2025 öffnet in neuem Fenster
- Google Search Central: Leitfaden zu generativen AI-Funktionen in der Google-Suche öffnet in neuem Fenster
- Ahrefs: We Tracked 1,885 Pages Adding Schema, Mai 2026 öffnet in neuem Fenster
- Search Engine Roundtable: Microsoft zu Schema-Markup und Sprachmodellen, März 2025 öffnet in neuem Fenster
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